Schlafstörungen und Störungsbilder

Allgemein wird in Medien, verschiedenen Internetauftritten, Büchern und Informationsmaterial sehr oft von Schlafstörungen gesprochen, als gäbe es die EINE Schlafstörung.

Schlaflabore diagnostizieren Schlafstörungen. Autoren schreiben darüber, wie man mit ihren Methoden die Schlafstörungen in den Griff bekommen könne.

Es gibt jedoch insgesamt 81 klassifizierte Schlafstörungen, von denen mehr als die Hälfte psychischen Ursprungs sind. Diese Unterscheidung treffen die wenigsten Personen – leider auch die wenigsten Mediziner.

 

Klassifikation von Schlafstörungen

Die häufigste aller Schlafstörungen ist die nichtorganische Insomnie, also ein psychisch bedingter Schlafmangel. Die meisten Menschen meinen auch eine Insomnie wenn sie über Schlafstörungen sprechen. Sie sind mit einer Häufigkeit von bis zu 30% unter den Erwachsenen in Industrieländern die häufigste Schlafstörung.

An zweiter Stelle steht das Schlaf-Apnoe-Syndrom, das durch nächtliche Atemaussetzer und damit eine verminderte Sauerstoffzufuhr zum Gehirn gekennzeichnet ist.

Sowohl die Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsansätze beider Störungsbilder sind grundverschieden.

Die International Classification of Sleep Disorders (ICSD) hat zur Diagnose der verschiedenen Schlafstörungen einheitliche Kriterien definiert. Diese sind in der deutschen Version des ICD-10 Klassifizierungskatalogs beschrieben.

 

 

Leider werden in vielen Publikationen organische (körperlich bedingte) Schlafstörungen mit den nichtorganischen (psychisch bedingten) Schlafstörungen in einen Topf geworfen. So entstehen viele angsteinflößende (Falsch-) Informationen über Schlafstörungen.

Verursachen Schlafstörungen Demenz?

Sehr weit verbreitet ist die Aussage, dass Schlafstörungen zu Demenzen führen. Das ist zu pauschal gesagt. Demenz verursachen nach heutiger wissenschaftlicher Sicht die Schlaf-Apnoe-Syndrome. Die  mangelhafte Sauerstoffversorgung des Gehirns in der Nacht erhöht das Risiko an einer Demenz zu erkranken.

Verursacht eine Insomnie Demenz?

Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht besteht dieses Risiko für Betroffene bei dauerhafter Einnahme von Schlafmitteln.

Wieviel Schlaf braucht ein Mensch?

Hierauf gibt es eine ganz klare Antwort: Das ist von Mensch zu Mensch verschieden!

Die meisten Erwachsenen benötigen zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf. Es gibt jedoch auch sehr effektive Schläfer, die mit 6 Stunden Schlaf dauerhaft sehr gut auskommen. Auch im Kindes- und Jugendalter variiert das Schlafbedürfnis enorm: so gibt es Vorschulkinder, die mit 8-9 Stunden Schlaf fit und erholt sind. Einige Schulkinder kommen bereits mit der gleichen Menge an Schlaf aus, wie Erwachsene. Es müssen folglich keine 8 Stunden sein.

Wenn ein Mensch, ob Jung oder alt, also mit sehr wenig Schlaf auskommt und dabei keine negativen Folgen spürt, dann sei ihm das gegönnt.

Der Schlaf hat viele sehr wichtige Funktionen. Wenn eine Nacht schlechter war als gewohnt, spüren wir das schnell. Enormen Tagesmüdigkeit, fehlende Konzentration, Gedächtnisdefizite, Einschränkung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, Dauererschöpfung, häufige Infekte, erhöhter Appetit, Verdauungsbeschwerden, Schmerzen, Stimmungslabilität, Freud- und Antriebsverlust und viele mehr.

Wenn ein Mensch dauerhaft schlecht schläft, besteht ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krankheitsbilder.

Wie hängen Schlaf und Burn-Out zusammen?

Für viele ist „Burn-Out“ eher ein Modebegriff und tatsächlich wird das Burn-Out-Syndrom nicht als eigenständige Krankheit einheitlich beschrieben. Grundlegend geht man von einem Grundzustand enormer körperlicher und emotionaler Erschöpfung aus. Hierbei können zahlreiche Symptome entstehen. Allen voran stehen oft Schlafstörungen, denn der Schlaf ist ein wichtiger Seismograph unserer Gesundheit.

Den Zusammenhang zwischen Schlaf und Burn-Out haben wir auf einer extra Seite für Sie beschrieben.